
wie wenig nütze ich bin
ich hebe den finger
und hinterlasse
nicht den kleinsten strich
in der luft
die zeit verwischt
mein gesicht
sie hat schon begonnen
hinter meinen schritten im staub
wäscht regen die strasse blank
ich war hier
ich gehe vorüber ohne spur
die ulmen am weg winken
mir zu wie ich komme
grün blau goldener gruss
und vergessen mich
ehe ich vorbei bin
ich gehe vorüber –
aber ich lasse vielleicht
den kleinen ton meiner stimme
mein lachen und meine tränen
und auch den gruss
der bäume im abend
auf einem stückchen papier
und im vorbeigehn
ganz absichtslos
zünde ich die ein oder andere
laterne an
in den herzen am wegrand
hilde domin
sie liess einiges zurück – den ton ihrer stimme – ich höre ihn noch.
ihr lachen ging über auf die menschen, denen sie ihre texte las, obwohl es in ihren texten nicht allzuviel zu lachen gab. es waren ihre erregungen, ihr aufgebrachtsein, wenn nicht der richtige stuhl und tisch für sie dastanden – kein sesselchen, kein tischchen zum bequemen sitzen – die den menschen ein schmunzeln ablockten.
die lichter, die sie anzündete, absichtslos, wie sie sagte, brennen noch heute in den herzen der menschen.
und das erinnern, an eine kleine frau, die es sich vorgenommen hatte, der welt zu erzählen, vor allem den jungen menschen, wie es war und dass es nicht gut war wie es war und ihnen ans herz legte, daraus zu lernen und es besser zu machen.
alles im vorbeigehn…